Der Säuling

Der Säuling

Der Säuling bei Schwangau (nahe Hopfen am See, Füssen) ist ein Berg in den Ammergauer Alpen, direkt an der deutsch-österreichischen Grenze. Aufgrund seiner imposanten, an eine Pyramide erinnernden, Form wird er auch als „Wächter des Allgäus“ bezeichnet und ist das Wahrzeichen der Füssener Gegend.

Wenn man in den Allgäuer Königswinkel rund um Füssen und Schwangau reist, sticht einem der Säuling mit seiner unübersehbaren Größe und seiner markanten Form bereits von weitem ins Auge. Er befindet sich in unmittelbarer Nähe der weltberühmten Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau, die bei Schwangau in einer malerischen Felslandschaft stehen. Der Säuling ist nach deutscher Messung 2047 Meter und nach österreichischer Messung 2048 Meter hoch. Er ist ein beliebtes Ausflugsziel von Naturliebhabern, Kletterern und insbesondere Wanderern, denen er grandiose Aussichten auf das Alpenvorland ermöglicht. Man kann ihn sowohl von österreichischer als auch von deutscher Seite aus besteigen. Bei dem Aufstieg von deutscher Seite aus, erwartet einen ein traumhafter Ausblick auf die Schlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau sowie auf die zahlreichen schönen Seen des Ostallgäus. Erklimmt man den Säuling von der österreichischen Seite aus, bietet sich einem ein ebenfalls schöner Blick auf das Lechtal bei Reutte.

Wer mit dem Gedanken einer Bergtour auf den Säuling spielt, sollte auf jeden Fall über eine gute Kondition sowie Schwindelfreiheit und Trittsicherheit verfügen. Der Säuling ist nicht zu unterschätzen, und nichts für unerfahrene Bergsteiger bzw. Wanderer. Auf seinen Gipfel führen mehrere Wege. Der leichteste davon ist ein Wanderweg, der lediglich im obersten Teil an einigen Stellen mit Klettersicherungen ausgestattet ist. Er führt über das Säulinghaus, bei dem es sich um eine gemütliche Berghütte handelt, die auf einer Höhe von circa 1720 Metern steht. Das Säulinghaus erreicht man von Schwangau aus in gut anderthalb Stunden. Es verwöhnt seine Gäste mit leckeren Allgäuer Spezialitäten und herzhaften Brotzeiten. Außerdem bietet es bis zu 60 Personen Übernachtungsmöglichkeiten und ist auch eine beliebte Location für besondere Feierlichkeiten wie Betriebspartys, Geburtstage und vieles mehr. Vom Säulinghaus führt ein schmaler Pfad in etwa 45 Minuten hinauf zum Gipfel. Dort wird man für den teilweise anstrengenden Aufstieg mit unvergesslichen Ausblicken belohnt, die bei gutem Wetter sogar bis zum Starnberger See reichen.

Ein weiterer lohnenswerter Weg führt in sechs bis sieben Stunden von Hohenschwangau über die Wildsulzhütte auf den Säuling. Vom Ticketcenter in Hohenschwangau aus, geht man bei dieser Route zunächst in Richtung von Schloss Neuschwanstein, bevor man einem Kiesweg folgt, der bis zur „Jugend“ führt. Ab hier wandert man auf einem Wasserleitungsweg  in Richtung Säuling. Nach einem kurzen Aufstieg zur Wildsulzhütte, folgt man einem schmalen Pfad links an der Hütte vorbei und steigt in Serpentinen den Berg hinauf. Ab und zu muss man dabei schwierigere Passagen mit Hilfe von Drahtseilsicherungen überwinden. Schließlich gelangt man auf die wunderschöne Säulingswiese, auf der einst bereits König Maximilian II. und seine Frau Marie des Öfteren Zeit verbrachten. Später bestieg Königin Marie den Säuling übrigens auch gemeinsam mit ihren Söhnen Ludwig und Otto. Von der Wiese aus führt ein Schotterweg hinauf zum Gipfelkreuz des Säulings. Nachdem man dort die schier überwältigende Aussicht genossen hat, führt einen der Rückweg wieder über die Säulingswiese und auf einem Klettersteig zurück zum Säulingshaus. Dort kann man sich nochmal stärken, zum Beispiel bei einer leckeren Brotzeit oder Kaffee und Kuchen, bevor die Wanderung um den Pilgerschorfen herum wieder zur Wildsulzhütte, und von dort dann zurück zum Ausgangspunkt verläuft. Alternativ kann man, im letzten Teilbereich des Rückwegs, auch durch die wildromantische Pöllatschlucht zurück nach Hohenschwangau gelangen.

Der Säuling ist ein Berg, der von einer besonderen Aura umgeben ist. Dies liegt sicher hauptsächlich an seiner Größe und markanten Form. Ihm wird aber auch eine spürbare Wesenhaftigkeit nachgesagt. Schon der heilige Magnus, der Patron der Stadt Füssen, bezeichnete den Säuling in seinen Lebensbeschreibungen als „monte excelsum“, was übersetzt „Himmelsberg“ bedeutet. Er wollte damit ausdrücken, dass der Berg eine Art Weltensäule ist, die den Himmel mit der Erde und das Heilige mit dem Irdischen verbindet. Um den Säuling ranken sich viele regionale Mythen und Sagen. Laut einer tummeln sich des Öfteren Hexen auf seinem Gipfelplateau und nutzen dieses als Tanzboden. Eine andere Sage erzählt davon, dass einst der Teufel einen massigen Felsen vom Säuling abriss und diesen in Richtung der Gemeinde Roßhaupten warf. Er traf den Ort nur deswegen nicht, weil gerade in diesem Moment das abendliche Geläute der Kirchenglocken einsetzte. So fiel der Felsen senkrecht vom Himmel und landete auf einem Feld vor der Gemeinde, wo er noch heute besichtigt werden kann. In ihm ist ein Kreuz aufgestellt.

Der imposante Säuling ist wirklich ein besonderer Berg, der einem verzaubern wird. Er ist ein schönes Ausflugsziel in der Region Schwangau/Füssen, das allen Naturliebhabern, Kletterern und Wanderern traumhafte Naturimpressionen und unvergessliche Ausblicke über das Alpenvorland ermöglicht.

<< Der Alpsee in Hohenschwangau | Der Tegelberg >>

Mit Freunden teilen

Verlinke diese Seite auf deine Seite!