Die Pöllatschlucht

Pöllatschlucht

Die Pöllatschlucht in Hohenschwangau, von der bereits König Ludwig II. fasziniert war, ist ein beliebtes Ausflugsziel. Auf einem der steilen Felswände, welche die Schlucht umgeben, steht das weltbekannte Schloss Neuschwanstein. Herrliche Aussichten und zahlreiche Wasserfälle machen einen Ausflug in die Pöllatschlucht zu einem schönen Erlebnis.

Die Pöllatschlucht in Hohenschwangau ist ein ideales Ziel für einen gelungenen Familienausflug. Über einen eisernen Steg und gut ausgebaute Wege lässt sich die Schlucht problemlos und bequem durchqueren. Am Ufer des namensgebenden Wildbachs Pöllat, der die Schlucht durchfließt, findet man schöne Plätze zum Verweilen. Die Pöllat hat eine Länge von etwa 10 Kilometern und sie entsteht durch den Zusammenfluss einiger Quellbäche in der Nähe der Jägeralpe auf einer Höhe von 1430 Metern. Von dort fließt sie zunächst in Richtung Westen zur Bleckenau, der ehemaligen Jagdhütte des Märchenkönigs Ludwig II., bevor sie in nordwestliche Richtung weiter verläuft. Zwischendurch fließen ihr einige kleine Bäche zu und auf Höhe der Marienbrücke stürzt sich die Pöllat schließlich über zwei Wasserfälle in die gleichnamige Schlucht hinab. Die verschiedenen Wasserfälle sind es, die den besonderen Reiz der Pöllatschlucht ausmachen. Die herunterstürzenden Wassermassen haben die Felsen der Schlucht rundgeschliffen und durch sie haben sich schöne Kolke gebildet. Die Pöllatschlucht wird in einer Höhe von 90 Metern von der Marienbrücke überspannt, von der aus man grandiose Ausblicke auf das Schloss Neuschwanstein und die umliegende Berglandschaft hat.

Wenn man das Schloss Neuschwanstein besichtigt, das zu den bedeutendsten Sehenswürdigkeiten Deutschlands gehört, sollte man sich einen Gang über die Marienbrücke nicht entgehen lassen. Die Aussichten auf das Schloss und hinunter in die Pöllatschlucht sind atemberaubend. Außerdem wird man kaum einen idealeren Standpunkt finden, um gelungene Fotos von Neuschwanstein zu schießen. Die Marienbrücke wurde nach Königin Marie, der Mutter Ludwig II. und der Frau von Maximilian II. benannt. Sie entstand 1845 als hölzerner Reitersteg im Auftrag Maximilians. Sein Sohn Ludwig II., der die Ausblicke von der Marienbrücke auf sein Schloss Neuschwanstein liebte, ließ diesen Steg 21 Jahre später im Jahre 1866 durch eine Eisenkonstruktion ersetzen. Im Jahre 1984 wurde die Brücke restauriert. Allerdings wurden lediglich die Träger erneuert, die Geländer sind nach wie vor original erhalten.

Die Pöllatschlucht lässt sich auch sehr gut bei einer Wanderung erkunden. Eine mögliche Wanderroute, die traumhafte Naturimpressionen und Kulturgenuss kombiniert, führt zunächst auf beschilderten Wegen von den Parkplätzen in Hohenschwangau aus zum Eingang der Pöllatschlucht. Dort geht es auf einem schmalen Eisensteg den Berg hinauf, während man an vielen Wasserfällen vorbeikommt, die hier ein eindrucksvolles Naturschauspiel darstellen. Ein wenig weiter oben wird die Schlucht breiter und es ergeben sich Möglichkeiten, eine Rast einzulegen und die schönen Ausblicke zu genießen. Dann wandert man weiter bergauf in Richtung Schloss Neuschwanstein. Natürlich ist auch ein kurzer Abstecher zur Marienbrücke möglich. Über diese zu schlendern, lohnt sich aufgrund der einmaligen Ausblicke auf jeden Fall. Anschießend steht die Besichtigung des im Auftrag von König Ludwig II. zwischen 1869 und 1886 errichteten Schloss Neuschwanstein an. Dieses erinnert von außen an eine eindrucksvolle mittelalterliche Burg und innen drin ist es pompös mit viel Gold, Samt und Kunstschätzen eingerichtet. Es gilt auf der ganzen Welt als Sinnbild der Romantik und diente sogar den Disney-Studios als Vorbild für ihr Dornröschen-Schloss. Jedes Jahr besuchen Neuschwanstein weit mehr als eine Millionen Menschen und werden von der Schönheit des Prachtbaus in Staunen versetzt. Eine Besichtigung dauert etwa 30 Minuten und ist nur geführt möglich. Danach wandert man auf einem breiten Weg zum direkt gegenüberstehenden Schloss Hohenschwangau, in dem König Ludwig Großteile seiner Kindheit und Jugend verbrachte. Das romantische Wohnschloss wurde im Stil der Neugotik im Auftrag von Ludwigs Vater Maximilian II. errichtet. Hier erwarten einen ebenfalls kunstvoll eingerichtete Räumlichkeiten, die darüber hinaus interessante Einblicke in das Leben der königlichen Familie ermöglichen. Auch die Besichtigung von Schloss Hohenschwangau ist nur geführt möglich und dauert etwa eine halbe Stunde. Vom Schloss Hohenschwangau ist es dann nicht mehr weit bis zum Ausgangspunkt dieser Wanderung, die Natur- und Kulturgenuss vereint. Wer möchte kann die Wanderung aber auch zur „Drei-Schlösser-Tour“ erweitern. Dann wandert man vom Schloss Hohenschwangau, entlang des malerischen Schwansees, auf den Gipfel des Kalvarienbergs, von dem aus man einen herrlichen Blick über den Allgäuer Königswinkel genießen kann, und von dort aus weiter zum Hohen Schloss in Füssen. Dieses thront majestätisch über der romantischen Füssener Altstadt und gilt als eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Burganlagen Bayerns. Insbesondere die einmaligen Illusionsmalereien an den Fassaden des Schlosses und der prächtige Rittersaal mit seiner Schnitzdecke sind sehr beeindruckend.

Die Pöllatschlucht lässt sich außerdem sehr gut bei einer Wanderung bergab von der Bergstation der Tegelbergbahn aus erreichen. Die Gehzeit beträgt hier zwischen drei und fünf Stunden. Zwar ist bei dieser Wanderung einiges an Kondition erforderlich, dafür wird man aber auch mit herrlichen Ausblicken über das Allgäu belohnt. Ob bei einer Wanderung zu den Schlössern oder als alleiniges Ausflugsziel – die Pöllatschlucht in Hohenschwangau ist ein traumhaftes Stück Natur, das man sich nicht entgehen lassen sollte. 

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