Wallfahrtskirche St. Coloman in Schwangau

St. Coloman

Die Wallfahrtskirche St. Coloman in Schwangau ist eine der Top-Attraktionen rund um Hopfen am See und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten überhaupt in Bayern. Das barocke Gotteshaus, das in seiner heutigen Form im 17. Jahrhundert entstand, steht auf freiem Feld im Schatten einer weniger Bäume vor den imposanten Gipfeln der Tannheimer Berge. In unmittelbarer Nähe befinden sich die weltbekannten Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau.

Dort, wo heute die Wallfahrtskirche St. Coloman steht, stand ursprünglich eine kleine Kapelle, die zu Ehren des irischen Pilgers Koloman errichtet wurde, der bei seiner Reise ins heilige Land im Jahre 1012 an dieser Stelle gerastet haben soll. Im selben Jahr wurde er bei Wien aufgrund seiner Kleidung und fremdartigen Sprache für einen böhmischen oder ungarischen Spion gehalten und wegen Spionageverdachts gemartert und hingerichtet. Da sich an seinem Grab einige Wunder ereignet haben sollen, sprach Papst Innozenz IV. ihn im Jahre 1245 heilig. Er wird insbesondere als Schutzpatron bei Krankheiten von Menschen und Tieren verehrt. Wann genau die kleine Kapelle ihm zu Ehren in Schwangau erbaut wurde ist nicht bekannt, allerdings geht aus den Überlieferungen hervor, dass die Wallfahrt dorthin bereits im 15. Jahrhundert eine hohe Bedeutung angenommen hatte. So wurde am 8. August 1495 eine stilvolle gotische Kirche  eingeweiht, die auch heute noch die östliche Außenansicht des Gotteshauses prägt. Da die Wallfahrt im Laufe der Zeit immer noch mehr zunahm, begann man mit den Planungen, die Kirche noch weiter zu vergrößern und im barocken Stil umzubauen. Im Jahre 1671 legte der Wessobrunner Stuckator Johann Schmuzer einen Bauentwurf vor, den der Füssener Maurermeister Hieronymus Vogler ab 1673 umzusetzen begann. Das neue Langhaus der Kirche war 1678 fertiggestellt und 1682 wurde der Turm mit der charakteristischen Zwiebelhaube vollendet. Nachdem noch im Jahre 1684 eine Mauer um den angrenzenden kleinen Friedhof gezogen worden war, wurde die St. Coloman-Kirche am 9.Mai 1685, am selben Tag wie die Frau-am-Berg-Kirche in Füssen. schließlich eingeweiht. Danach wurde sie noch einige Male renoviert - erstmals im Jahre 1719 und dann auch in den Jahren 1836, 1953 und 1977.

Den großen Reiz der Wallfahrtskirche St. Coloman in Schwangau machen ihre traumhafte Lage am Fuß der Schwangauer Berge und in unmittelbarer Nähe der Königsschlösser sowie ihre stilrein erhaltene Einrichtung und Ausschmückung aus der Anfangszeit des bayerischen Barocks aus. Mit ihrem schlanken Turm, der typischen Zwiebelhaube und der gleichmäßigen Anordnung der Fenster zwischen den gestuften Strebepfeilern, ist die Kirche bereits von außen ein Bauwerk, das sofort zu gefallen weiß.  Im Inneren ist sie ungemein prächtig und kunstvoll gestaltet worden. Die Decken und Wände werden von der reichen Stuckdekoration Johann Schmuzers geschmückt, die unter anderem Fruchtgehänge, Engelsköpfe und Muscheln darstellt. Sehenswert sind auch die aufwändig geschnitzten Sakristeitüren zu beiden Seiten des Choraltars, die vom Füssener Künstler Josef Obermeier gestaltet worden sind. Sofort ins Auge sticht der imposante Hochaltar mit seinem dreifachen Säulenaufbau und einem Altarbild, das eine Darstellung des heiligen Coloman zeigt. Kunstvolle Bilder dokumentieren das Leben und Sterben des irischen Pilgers,  geschnitzte Heiligenfiguren stehen auf den Seitenaltären und in der Monstranz des rechten Seitenaltars befindet sich eine Reliquie, die im Jahre 1720 vom Abt des Klosters in Melk hierher gestiftet wurde. Auch von dem ursprünglich gotischen Gotteshauses sind noch viele Spuren erkennbar, so zum Beispiel die Schnitzfiguren des Schreins und zwei Tafelreliefs. Die St. Coloman Kirche ist eine Kirche von besonderer Schönheit, die gläubige und kulturinteressierte Menschen mit ihrer künstlerischen Pracht in Staunen und Ehrfurcht versetzen dürfte sowie eine herausragende Schöpfung des bayerischen Barocks. Sie ist darüber hinaus aber auch ein Ort der Stille und Andacht, an dem man in sich gehen und beten kann.

Jedes Jahr am zweiten Sonntag im Oktober findet das jährliche Colomansfest in Schwangau statt, das zu den bedeutendsten Brauchtumsfesten in Bayern gehört. Über 200 in Trachten und Kostümen gekleidete Reiter ziehen dann, auf prächtig geschmückten Pferden und in Begleitung von Musikkapellen, vom Rathaus in Schwangau zur Kirche St. Coloman. Zusammen mit den Einheimischen und Touristen, die sich dort versammelt haben, nehmen die Reiter an einer heiligen Messe teil. Traditionell folgt danach die Segnung von Ross und Reiter mit der Colomans-Reliquie und ein Umritt des Gotteshauses. Anschließend wird bei Bier, Brezeln und Würstchen bayerische Gemütlichkeit zelebriert. Das Colomansfest gibt es schon sehr lange, was ein Marktrechtsbrief anlässlich dieses Festes von Kaiser Karl V. aus dem Jahre 1552 beweist. Auch dieses Jahr findet das Colomansfest natürlich wieder statt, und zwar am 13.10.2013.

Wie auch die weltbekannten Königsschlösser  Neuschwanstein und Hohenschwangau oder die romantische Altstadt Füssens gehört die Wallfahrtskirche St. Coloman in Schwangau zu den Sehenswürdigkeiten, die man bei einem Aufenthalt in Hopfen am See unbedingt gesehen haben muss. Das wunderschöne Gotteshaus vereint künstlerischen Reichtum, Religion, Tradition und Kultur.

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